OIES UND DER SEELIGE PATER FREINADEMETZ
Wer Badia kennt, hat sicher schon öfter vom Seeligen Josef Freinademetz gehört. Er wurde am 15.
April 1852 in der Fraktion Oies geboren und am 25. Juli 1875 zum Priester der Diozöse Brixen bestellt. Nachdem er
zwei Jahre das Priesteramt in St. Martin innegehabt hatte, verließ er das geliebte Gadertal und ging nach Steyl, in
Holland um sich auf das Leben als Missionär vorzubereiten. Ein Jahr später, im Jahr 1879, reiste er nach Hong Kong
und China, um seiner Bestimmung nachzugehen. Von jenem Tag an widmete er sich bis zu seinem Tod dem chinesischen Volk. Er ließ
sich durch die großen Schwierigkeiten, die auf ihn zukamen, niemals einschüchtern; auch die Verfolgung und Tötungen
vieler chinesischen Christen konnten ihn nicht aufhalten. Zu Beginn seiner Missionärsarbeit zählte seine Gemeinschaft
ungefähr hundertsechzig Christen, bei seinem Tod waren es vierzigtausend. Zwanzig Jahre nach seinem Tod gab es in China
zweihunderttausend Christen, verteilt auf fünf Diozösen.
Während seiner Missionszeit schrieb der Seelige Freinademetz zahlreiche Briefe an seine Eltern, seine Geschwister,
seine Freunde und seine Wohltäter. Er schrieb darin, wie sehr er noch an seine Heimat hänge und dass er
Gott für die ihm zugewiesene Aufgabe danke. All seine Briefe bezeugen aber seine Angst, zusehen zu müssen, wie sich
die Seelen seiner Gemeinschaft und seiner Geliebten verlieren würden. Diese bedrückende Angst hat ihn dayu veranlasst,
ständig zu beten, pausenlos zu arbeiten und immerwährend die Mitglieder seiner Glaubensgemeinschaft zu besuchen,
um ihnen das Wort Gottes zu verkünden. All jene, die ihn gekannt haben, sprechen von ihm als die Verkörperung des Guten.
Aber anstatt ihm das Böse zu verstecken, scheint es, als habe ihm seine Gutmütigkeit all die Sünder der Welt offenbart.
Der Seelige Josef Freinademetz starb im Alter von 52 Jahren, am 28. Jannuar 1908, an den Folgen einer schweren Krankheit.
Papst Paulus VI sprach ihn im Jahre 1975 seelig, und Papst Paulus II hat ihn am 5. Oktober 2003 heilig gesprochen.
Sein Geburtshaus in Oies wird jährlich von zahlreichen Pilgern besucht. In seinem Zimmer sind viele seiner Erinnerungsstücke
ausgestellt, wie zum Beispiel chinesische Kleider und handgeschriebene Briefe. Im Erdgeschoß befindet sich eine kleine
Kappelle, in der bis vor wenigen Jahren zumindest ein Gottesdienst am Tag gefeiert wurde. 1995 wurde neben dem Geburtshaus eine
kleine Kirche errichtet, die Ziel vieler Pilgerfahrten geworden ist.
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